Behindert, alt, oder was?
Ein schöner sonniger Tag und ich fahre mit meiner Tochter in die Stadt. Wollen wir doch so gerne mal wieder gemütlich shoppen und ein Eis schlecken. In der Innenstadt von Borken angekommen, befahren wir die Mühlenstraße und steuern geradewegs auf die zwei „besonderen Parkplätze“ zu. Einer davon ist bereits besetzt. Puh, noch mal Glück gehabt. Denn in Borken ist es recht schwierig, einen solchen „besonderen Parkplatz“ zu finden, der dann auch noch frei ist und die „baulichen“ Voraussetzungen erfüllt, die wir zum Ein- und Aussteigen benötigen. Denn wir benötigen einerseits an der Beifahrerseite so viel Platz, dass ich meine Tochter ohne Blessuren aus dem Auto heben kann und andererseits benötigen wir nach hinten so viel Platz, dass ich die am Auto vorhanden Rampe ausfahren kann, damit ich den Rollstuhl aus dem Auto fahren kann bzw. meine Tochter diesen selbst hinausfährt und nicht sofort vom fließenden Verkehr mitgenommen wird, weil die Rampe leider auf der Straße endet.
Nunja, wir waren ja schon soweit, dass wir am „besonderen Parkplatz“ angekommen sind und neben uns bereits ein Auto mit zwei älteren Menschen parkte. Die Dame und der Herr waren auch gerade im Begriff, aus dem Auto auszusteigen. Ich bog in diesen Parkplatz ein und innerlich sagte mir schon etwas, dass es auch bei dieser Parksituation mal wieder zu einem „spaßigen“ Zwischenfall kommen wird. Innerlich auf einen erneuten „Kampf“ bereit, stieg ich aus dem Auto aus. Der ältere Herr fletschte schon die Zähne und knurrte mich mit den Worten an, „Sie haben ja wohl keine Berechtigung hier zu parken, so wie sie aussehen“. Ich beruhigte ihn und klärte ihn auf, dass dies sehr wohl so ist und der „besondere Mensch“ als Ausweisinhaber auch gleich das Auto verlassen wird. „Frech die jungen Leute heute“, bekam ich prompt als Antwort. Daraufhin stellte sich dieser ältere Herr hinter mein Auto und beäugte mein weiteres Vorgehen.
Mein Puls war zu dieser Zeit schon auf 180 und ich fletschte innerlich die Zähne, denn in seinem Auto sah ich keinen solchen blauen Parkausweis. Ich öffnete die Beifahrertür und vier neugierige Augen lugten ins Innere des Autos. Mein Puls zu dieser Zeit auf 200. Die Dame an der Seite des Herrn legte ihre Stirn in Falten und verengte ihre Augen zu Schlitzen. Als ich mich zum hinteren Teil des Autos begab, verfolgten mich vier schlitzige Augen und viele Stirnfalten. Ich senkte das Auto im hinteren Teil ab. Dies weckte wohl das technische Interesse des älteren Mannes, denn es gesellten sich zu den schlitzigen Augen und den Stirnfalten noch hochgezogene Mundwinkel und sichtbare Fragezeichen im Gesichtsfeld. Ich fuhr den Rollstuhl aus dem Auto heraus an die Beifahrertür, klappte die Rampe ein und fuhr das Auto wieder in Normalposition hoch. Der ältere Mann hatte mittlerweile so viele Falten im Gesicht, dass dieses kaum noch erkennbar war und mein Puls befand sich bei 220. Mit viel Kraftaufwand und Geschick hob ich meine Tochter aus dem Beifahrersitz in ihren Rollstuhl, fixierte sie dort, zog ihr eine Jacke an und schloss die Autotüre. Immer noch begleitet von vier schlitzigen Augen, vielen Stirnfalten, zusammengeschlossenen Armen und zuckenden Mundwinkeln.
Dann rollten und liefen wir los, in Richtung Borkener Shoppingmeile. Wir wünschten den zwei älteren Herrschaften noch einen schönen Tag und bekamen doch prompt als Antwort, „ Die Kinder von heute brauchen auch alles, als ob es ein normales Fahrrad, wie wir früher auch, nicht auch tun würde. Aber dass die Mutter dann auch noch so frech ist, hier auf einem Behindertenparkplatz zu parken, geht echt über die Grenze“. Mein Puls zu dieser Zeit auf über 300 konterte ich: „Wissen sie, wenn sie schon die Frechheit besitzen, meiner Tochter und anderen wirklich behinderten Menschen in Borken die Möglichkeit des Parkens zu nehmen, dann nehmen sie doch gleich auch ihre Behinderung mit und nun einen schönen Tag noch!“ Dies war leider nicht die einzige Begebenheit dieser Art. Wir erleben es immer wieder, dass besonders ältere Damen und Herren immer wieder die Frechheit besitzen und ausgewiesene Behindertenparkplätze in Anspruch nehmen, obwohl ihnen neben ihrem Alter keinerlei Einschränkung anzusehen ist oder auch nur die Spur eines speziellen Parkausweises im Auto sichtbar ist. Einzig die Engstirnigkeit dieser Damen und Herren macht sie zu dem Besonderen, was sie leider darstellen. Nun ja, machen wir uns auf in das nächste Abenteuer, es kommt bestimmt.
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Oh….das kenne ich zur Genüge….Leider und mein Puls schellt schon beim Lesen in die Höhe…..